Die Vereinsgeschichte - Seite 4

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Bei Kriegsbeginn im Jahre 1914 waren es nur noch 39 aktive Mitglieder. In dieser schweren Zeit bedrängte die Politik durch Überwachung das Vereinsgeschehen, die Mitgliedszahlen nahmen rapide ab, Anfang 1916 waren nur noch 32 Vereinsmitglieder gemeldet.

Ab 1914 führten beinahe alle Vereine, außer dem Traunsteiner (zumindest liegen keine Unterlagen vor) Honig- und Obstsammlungen durch. Truchtlaching, Seeon, Obing spendeten für die verwundeten Soldaten in den Lazaretten. Hr. Schmoll und Hr. Weiß vom Reichenhaller Verein sammelten in den Kriegsjahren insgesamt 30 Ztr. Honig für die Feldgrauen, auch die Imker aus Laufen machten eine Abgabe von 7 Ztr.

Nach dem Zusammenbruch des Vaterlandes versuchte man durch Parolen die Vereinstätigkeit wieder zu beleben, was dem Traunsteiner Verein anfangs auch recht gut gelang.

Der einstige Wachtmeister, Johann Popp, Schriftführer des Vereins ergriff die Initiative. Er wurde Vereinsvorsitzender und beruflich stieg er zum Sicherheitskommisar auf. In der Frühjahrsversammlung 1922 gliederte er die Ortsvereine Siegsdorf, Unterwössen, Ruhpolding, Grabenstätt, Chieming und Bergen als Unterverbände in den Bezirks Bienen- und Obstbauverein Traunstein e. V. ein. Der Zusatzname des Vereins „und Umgebung“ wurde gelöscht. Mit diesem Zusammenschluß erhofften sich die Imker Kunstwaben und hauptsächlich Zucker besser beschaffen zu können.

In der Frühjahrsversammlung 1922 wurde auch eine Neuwahl einberufen. Vereinsvorsitzender blieb oder wurde Johann Popp. Der Kaufmann Ludwig Maier aus der Katharinenstraße mußte gleichzeitig die Ämter des Kassiers, des Schriftführers und des zweiten Vorstandes einnehmen. Es stellten sich, wohl auch aus politischen Gründen keine weiteren Mitglieder mehr zur Verfügung.
Im Jahre 1923 wurde die Traunsteiner Polizeistation wegen der damaligen Unsicherheit auf dem Lande und in Auswirkung des Hitlerputsches ein Verstärkungskommando von 24 Mann angegliedert. Dies bedeutete für den Kommissar Popp, daß die Belange und Probleme der Imkerschaft mehr in den Hintergrund traten.

1923 kostete das Pfund Honig bereits 40 Mark, rapide stieg der Zuckerpreis, im Spätsommer kostete das Pfund Zucker sage und schreibe 100 Mark. Für viele Imker drohte das jähe Ende, sie hatten abgeschleudert und den Honig an Großabnehmer verkauft. Zur Einfütterungszeit war der Zucker für viele unerschwinglich geworden. Die Vereinsallianzen konnten sich dagegen nicht mehr erwehren.


1926 wurde im Auftrag der bayerischen Regierung eine Zusammenstellung der Völkerzahlen und deren Unterbringung durchgeführt. Im Bezirksamt Traunstein (etwa heutiger Kreis) waren insgesamt 6151 Völker gemeldet, davon wurden 49% im sogenannten Traunsteiner Korb gehalten, etwa 35% der Imker bevorzugten die Breitwabe und die restlichen Imker das Normalmaß.

1927 trat Pfarrer Dr. Plößl dem Verein bei.

1932 führte das statistische Landesamt eine Auswertung der bayerischen Imkerschaft durch. Demnach gab es 75387 Imker in Bayern. Es waren aber nur noch knapp 30% der Imker vereinsmäßig organisiert. 86% der organisierten Imker waren Landwirte. Daraus wird ersichtlich, daß sich die Vereine in der personellen Struktur grundlegend änderten. Die Beamten, Kaufleute und ”sonstigen beruflich besser Gestellten” fehlten den Vereinen. Kaum einer der Landwirte hatte Zeit oder das Wissen, um sich dem Vereinsgeschehen annehmen zu können.