Die Vereinsgeschichte - Seite 2

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Alljährlich fanden zwei Vereins- und zusätzlich zwei Wanderversammlungen in den Zweigvereinen der Umgebung statt. Abwechselnd traf man sich in verschiedenen Traunsteiner Lokalen, bevorzugt allerdings, das Vereinslokal beim Auwirt. In jeder Versammlung referierte ein, oftmals sogar zwei geladene Fachberater über Bienenzucht oder Obstbau. Hauptschullehrer Schwarz aus Vachendorf, Hauptmann Herbst und der rühmlichst bekannte Pomologe und Gutsbesitzer Sachenbacher aus Siegsdorf zeichneten sich mit vielen Fachreferaten aus.

Die meisten Vorträge hielt der kgl. Wagmeister Weber. In Tutzing besuchte Weber, im Auftrag des Vereins, einen Bienenmeisterkurs. Das dort vermittelte Wissen konnte er so seinen Imkerkollegen weitergeben. Es referierte aber auch der kgl. Grenzoberkontrolleur und Vorstand des Überseer Bezirksbienenvereins Steinmetz aus Marquartstein.
Praktische Unterweisungen fanden natürlich auch bei den Imkern statt. Das Ausschußmitglied, Herr Strohmeier aus Erlstätt, bemühte sich um die Einweisung und Ausbildung von Anfängern.
Der Verein bestellte 1903 20 Plakate, um die Honigvermarktung zu sichern. Der Traunsteiner Salinenkassier Johann Schmoll entwarf die Plakate. Hier wurde zweifelsohne der Grundstein für die enge Zusammenarbeit mit der Familie Schmoll gelegt.
Im September 1909 veranstaltete der landwirtschaftliche Verein Traunstein ein große Bezirksschau mit Volksfest zwischen der Wegscheid und Haslach.
Neben dem Volksfest, wohl mit Abstand das größte, das Traunstein (bis zur TRUNA) je sah, wurden die Hallen mit Pferde-, Rinder-, Geflügelausstellungen usw. aufgebaut. Natürlich beteiligte sich auch der Bezirksbienen- und Obstbauverein Traunstein mit einer großen Ausstellung.
Das Traunsteiner Wochenblatt schrieb vor dem Fest unter anderem:

Die Bienenausstellung bringt eine reichhaltige Sammlung von Gerätschaften für Bienenzucht und von Bienenprodukten. Die Obstaustellung, veranstaltet vom Bezirksobstbauverein Traunstein, wird die Obstverpackungsarten, die Obstverwertung und verschiedene Vorrichtungen zum Schutz des Obstbaues vorführen; in der ”Obstkosthalle” wird frisches Obst- und Obstprodukte verabreicht.

Und nach dem Fest:
Die vom Bezirksobstbauverein Traunstein eingerichtete Obstausstellung führte die Obstverpackung und Obstverwertung vor. Diese Ausstellung war sehr gut durchgeführt, besonders die Abteilung für Obstschutz bot sehr Interessantes.
Die Bienenausstellung, vom Bezirksobstbauverband für seine Bienenzucht treibenden Mitglieder veranstaltet, bot eine schöne, reichhaltige Sammlung von Bienengeräten, Bienenprodukten, aus Honig erzeugten Nahrungsmittel, lebenden Bienen und Literatur über die Bienenzucht.

Ehrenpreise gab es auch für die Imker und Obsterzeuger.

Für die Obst- und Bienenausstellung wurden wertvolle Gegenstände als Ehrenpreise gegeben, unter anderem ein Regulator, gestiftet von Herrn Gmelch, Uhrmachermeister von Traunstein.

Anm.: Die Honigbehälter waren bereits mit nummerierten Verschlußbändern versehen. Das besondere: Dieser Verschluß erfüllte den Zweck als Kontrollverschluß vollständig, das Glas konnte nicht geöffnet werden, Außer es wurde der Faden abgeschnitten oder unter dem Etikett herausgezogen.  Die 1907 gegründete, königliche Anstalt für Bienenzucht in Erlangen konnte dadurch den im Handel befindlichen Honig notfalls oder stichprobenweise überprüfen.

Bis 1910 führte der junge Verein harmonische und gut besuchte Versammlungen ab. Die Mitgliederzahl stieg bereits auf 71 Personen an. Am 18.April 1910 nahm das Traunsteiner Wochenblatt erstmals, etwas eingehender, Notiz und schrieb: