Die Vereinsgeschichte

Beitragsseiten
Die Vereinsgeschichte
Seite 2
Seite 3
Seite 4
Seite 5
Seite 6
Seite 7
Seite 8
Seite 9
Seite 10
Seite 11
Vorstände, Schriftführer...
Vorstände, Schriftführer..2
Alle Seiten

Auf Anregung des königlichen Grenzkontrolleurs Fritz Steinmetz von Marquartstein versammelte sich am Sonntag den 8. September 1901 nachmittags um drei Uhr, beim Auwirt in Traunstein, eine größere Anzahl  Bürger um über die Gründung eines Bienenzucht- und Obstbau- Vereins zu beraten.
Zuerst trug Herr Fritz Steinmetz  einen sehr lehrreichen, gediegenen Vortrag über die praktische und ideale Bedeutung der Bienenzucht vor. Ferner referierte er über Zweck, Vorteil und Ziel eines Vereins. Nach Steinmetz hielt Herr Bezirkshauptlehrer Schwarz aus Vachendorf einen packenden Vortrag über seine vorbildlich geführte Nebenerwerbs-Imkerei.

Einundzwanzig Anwesende erklärten sich spontan bereit, Mitglied eines Bienenzuchtvereins zu werden. Auf Vorschlag von Herrn Steinmetz wählten die Anwesenden drei Traunsteiner Bürger,

zum ersten Vorstand - Herrn Apotheker Karl Langenmaier
zum  Schriftführer    - Herrn kgl. Salzsteuerkontrolleur Franz Metz
zum  Kassier             - Herrn Salinenwaagmeister Mathias Weber

außer diesen Dreien beteiligten sich bei der Vereinsgründung:

Anton Eisele,  Gasmeister in Traunstein
Lorenz Schmidt, Fuhrwerkbesitzer in Traunstein
Thomas Niclas, kgl. Professor in Traunstein
Johann Schwarzenlander, Maurer in Traunstein
Ignatz Pirkl, Gastwirtssohn in Traunstein
Josef Reithmayer, Weber in Traunstein
Michael Schroll, Bauer in Oderberg
Georg Heinz, Schreinermeister in Stein
Vincens Gschwendner, Bauer in Erlstätt
Josef Mayer, Schreinermeister in Nußdorf
Michael Reiser, Schneidermeister in Vachendorf
Lorenz Edtbauer, Bauer in Wang
Johann Schweinsteiger, Bauer in Erlstätt
Jakob Haunerdinger, Bauer in Erlstätt
Georg Schmid, Bauernsohn in Kammer
Johann Karsberger, Bauer in Kammer
Josef Wimmer, gräflicher Hausmeister in Stein

Die Anwesenden stimmten für zwei Mark Jahresbeitrag, außerdem sollte jedes Mitglied die Münchner Bienenzeitung bekommen.
Am achten September 1901 bestätigte der Vorsitzende des Bayerischen Landesbienenzuchtvereins, Herr Oberingenieur Beringer die Gründung des Bezirksbienenzucht- und Obstbauvereins Traunstein. Aus Dank und Freude schickte er eine selbst konstruierte, tragbare Honigschleuder und eine illustrierte Postkarte. Die in einem Rucksack verstaute Honigschleuder konnten sich die Mitglieder zur Honigernte ausleihen. Die Glückwunschkarte schmückt die Titelseite des Protokollbuchs Nr. 1.

Bereits am 28.Oktober 1901 fand beim Auwirt eine weitere Versammlung statt. Man legte die Vereinsrichtlinien, die Statuten fest. Der Einfachheit halber übernahm man die Statuten des Landauer Bienenzuchtvereins, die dieser Verein leihweise zur Verfügung stellte. Die Vorstandschaft beschloß ferner, dem jungen Verein einen Zusatz zu geben. Man fügte den Zusatz:“und Umgebung“ hinzu.

Die Hauptaufgabe des Vereins bestand damals, den Honig und den Most zu vermarkten. Der Verein kaufte nur erstklassigen Honig und Most von den Mitgliedern und veräußerte die Produkte wieder.

Diese geplante Honigvermarktung fand großen Anklang. Bereits 1902 stieg die Mitgliederzahl auf 30 an. Der aufstrebende Verein erhielt kleine Zuwendungen von angesehenen Bürgern. Nach kurzer Zeit verfügte man bereits über eine kleine Bibliothek.